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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 2 Die "Zweite Conquista" – Lateinamerika und seine Die "Zweite Conquista" - Lateinamerika und seine Commodities
 up 2.3 Henequén-Boom in Yucatán 1870–1930
 up 2.3.3 Henequén-Produktion auf der Halbinsel Yucatán
 up 2.3.3.2 Die Henequén-Produktion auf Yucatán

2.3.3.2.1 Struktur der Investitionen

1.) Investition in die Produktion

a.) Landerwerb: Da es sich um ein peripheres Gebiet Mexikos handelte, war Land billig. Den im 19. Jahrhundert noch bestehenden kolonialen Besitzverhältnissen wurden durch die liberalen Gesetzgebungen der 1860er Jahre die Grundlage entzogen. Weite Gebiete waren im juristischen Sinne herrenlos – sog. terrenos baldíos (=waste-land) – und konnten erworben werden. Asymmetrische Kaufverträge, der Zugang zur politischen Macht und entsprechende Gesetze ermöglichten den Erwerb riesiger, geschlossener Landflächen innerhalb kürzester Zeit. Diese Landaneignung ging zu Lasten der Nutzungs- und Besitzansprüche der lokalen Bevölkerung.

b.) Kapitalausstattung durch Kredite: Diese Kredite ermöglichten es, die durch die Agavepflanze bedingte Wartezeit bis zur ersten Ernte (4 bis 7 Jahre) zu überbrücken. Zur Verfügung gestellt wurden diese Kredite am internationalen Kapitalmarkt. Dies zeigt, wie sich in der Henequén-Produktion auf Yucatán die Interessen von Produzenten und Konsumenten ergänzten. Die Konsumenten waren die Vertreter der Verpackungsindustrie in den USA und Europa, die im 19. Jahrhundert einen großen Aufschwung erlebte. Die Hersteller von Verpackungsmaterialien knüpften von Beginn an enge ökonomische und soziale Bande mit den Sisal-Produzenten Yucatáns.

2.) Investition in die Infrastruktur

Für die Anbindung an den Weltmarkt war der Bau des Hafens Progreso von eminenter Bedeutung.

Eisenbahnlinien verbanden die Produktionsstätten mit dem Hafen. Dabei handelte es sich nur um Stichbahnen, deren Linienführung keine Transportmöglichkeiten für die in Yucatán lebenden Menschen erschloss.

3.) Investition in Technologie, z.B. mechanische Seilknüpfermaschinen

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