Unter dem Titel valorizacao führte die brasilianische Regierung seit dem Jahre 1906 Preisstützungen durch, um den Kaffeepreis am Weltmarkt zu halten.
Die Institutionen dieser staatskapitalistischen und protektionistischen Maßnahmen waren:
- Departamento Nacional de Café (gegründet 1933)
- Interamerican Coffee Agreement (1940)
- International Coffee Agreement (1962–1989)
Dabei handelte es sich um das erste Preiskartell von Cash-Crop-Produzenten. Der Kaffeepreis auf dem Weltmarkt wurde im Einvernehmen von Kaffeepflanzern und staatlichen Behörden bestimmt. Darüber hinaus förderte der Staat die Kaffeepflanzer durch Unterstützung beim Landerwerb und durch die Kooperation bei Infrastrukturprojekten.
Bis zur Gründung der OPEC (1960) war dies das einzige Preiskartell größeren Ausmaßes in den post-kolonialen Ländern. Mit dem Beitritt Brasiliens zur Uruguay-Runde des GATT (1989) wurde diese Kartellierung hinfällig. |