Die Kolonisierung in Brasilien folgte einer anderen Dynamik als jene Spaniens. Nicht um die Bildung von zentralistischen Vizekönigreichen ging es, nicht die Unterordnung der indigenen Bevölkerung unter Krone und Kirche war das Ziel. Vielmehr beschränkte sich die portugiesische Kolonisierung in der Frühphase auf die Bildung von Küstensiedlungen und die Etablierung von Häfen. Diese fungierten als Umschlagplätze der in der unmittelbaren Küstenregion produzierten Ausbeutungswaren bzw. jener im Landesinneren in regelrechten Beutezügen eingebrachten Güter und Menschen.
Die Kolonisten verließen sich bei der Etablierung der Zuckerrohrproduktion nicht auf die Krone, sondern konnten im 16. Jahrhundert auf die Förderung durch europäisches (d. h. holländisches) Kapital setzen. Dieses Investitionskapital ermöglichte den Aufstieg der brasilianischen Zuckerproduktion, welche die Spanier aus dem Zuckergeschäft verdrängte. Im Jahr 1625 stammte der gesamte europäische Zuckerimport aus Brasilien. Trotz massiver englischer und französischer Konkurrenz aus der Karibik, konnte sich die brasilianische Zuckerproduktion bis zum Einsetzen des Kaffeebooms im 19. Jahrhundert halten und ausweiten. |