Lateinamerika
In der Siedlungspolitik des spanischen Kolonialreichs kam das zentralistische Muster der spanischen Kolonisation zum Ausdruck. Darüber hinaus trug die Siedlungspolitik der Tatsache Rechnung, dass die indigene Bevölkerung als Vasallen in das Kolonialregime integriert wurde. Die Herausbildung zentraler Vizekönigreiche (Neu-Spanien 1535, Peru 1542, Neu-Granada 1718 und La Plata 1776) entsprach territorial in großen Teilen dem Einflussgebiet der präkolumbischen Zivilisationen (z. B. das Vizekönigreich Lima dem Inka-Gebiet).
So wie Tenochtitlán (das heutige Mexiko-City) nach seiner Zerstörung zur Hauptstadt des Vizekönigreichs Neu-Spanien wurde, so übernahm die spanische Kolonialmacht in den meisten Fällen die urbanen Zentren der Azteken, Maya, Inka und anderer. Daneben bildeten Minenstädte wie Potosí (im heutigen Peru) oder Real del Catorce (heutiges Mexiko), Häfen und militärische Stützpunkte die wichtigsten Siedlungen.
Organisation der Kolonie -> zentralistisch
Nordamerika
Die Besiedlung Nordamerikas brachte die anders gelagerte Kolonialisierung dieses Raumes zum Ausdruck. Föderal in ihrem Status und flexibel in ihrer wirtschaftlichen Funktion bildeten sich verschiedene Siedlungen an der Ostküste heraus. Da diese Siedlungen nicht zu einer zentralen tributären Verschiffung nach Europa gezwungen waren, betätigten sie sich als eigenständige Akteure am freien Weltmarkt. In den nördlichen Regionen verlief die ökonomische und politische Anbindung über England, im Süden Nordamerikas über die von Britannien kolonisierte Karibik.
Organisation der Kolonie -> föderal und wirtschaftlich flexibel
Bis 1820 erstreckte sich das Territorium der USA nur bis zu den Großen Seen. Danach erfolgte eine systematisch eingeleitete Expansion über die Great Plains nach Westen. |