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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert
 up 4.3 Die Kubanische Revolution 1959
 up 4.3.5 Kuba 1959–1961: Polarisierung und Gesellschaftstransformation

4.3.5.4 Ein Beispiel für die Errungenschaften der Revolution – das Gesundheitswesen

© Paul Pennerstorfer

Die Verbesserung des Gesundheitswesens gilt als eine der größten Errungenschaften der Kubanischen Revolution. Die Erfolge in diesem Bereich haben hohe Symbolkraft.

Vor 1959 war es um den Gesundheitszustand der breiten Bevölkerung erschreckend schlecht bestellt. Die öffentliche und private Gesundheitsversorgung blieben auf Havanna konzentriert, während das Land vollkommen unterversorgt war. Die Mutter- und Kindersterblichkeit war überaus hoch, die Lebenserwartung lag 1958 bei 53 Jahren.

Die Kubanische Revolution änderte dies radikal. Heute liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei zirka 76 Jahren. Dies wurde durch umfassende Anstrengungen der Regierung im Gesundheitsbereich bewirkt. So wurde ein kostenloses Gesundheitssystem eingeführt. Schon bald nach der Revolution begann der Bau neuer Krankenhäuser und Gesundheitsstützpunkte. Besonderes Augenmerk galt dabei den ländlichen Gebieten, wodurch die medizinische Versorgung auch hier gewährleistet werden konnte. Die Zahl der Betten in medizinischen Einrichtungen stieg kontinuierlich an. Es wurden neue medizinische Einrichtungen wie Geburtskliniken und spezielle Kinderkrankenhäuser errichtet, wodurch die Mutter- und Kindersterblichkeit deutlich gesenkt werden konnte. Darüber hinaus wurden Spezialkliniken eingerichtet. Einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Lebenserwartung stellten auch die neu gegründeten Altersheime mit medizinischer Betreuung dar.

Das ganze Land ist von einem umfassenden Netz staatlicher medizinischer Einrichtungen überzogen. Kuba ist in Sektoren aufgeteilt, deren Bewohner von Polikliniken versorgt werden. Landkrankenhäuser sorgen in den rein ländlichen Gebieten für eine dezentrale Gesundheitsversorgung. In besonders dünn besiedelten Gebieten wurden Landarztstellen oder Gesundheitsposten eingerichtet. Darüber hinaus gibt es Gesundheitsposten auch in vielen Schulen und Arbeitszentren.

Um die medizinische Versorgung auf dem Land sicherzustellen, muss jeder kubanische Arzt eine Zeit lang auf dem Land praktizieren.

Trotz der Emigration vieler Ärzte, stieg die Zahl der Ärzte nach der Revolution stark an. So kam im Jahr 1958 ein Arzt auf ca. 1000 Einwohner, 1989 stand ein Arzt für 360 Einwohner zur Verfügung. Für 1998 wird gar ein Verhältnis von einem Arzt auf 170 Einwohner angegeben. Die einstigen personellen Lücken in der medizinischen Versorgung konnten durch gezielte Ausbildungsförderungen und die Errichtung von medizinischen Fakultäten und Fachschulen geschlossen werden. Auch die Zahl der im Gesundheitswesen allgemein Beschäftigten stieg stark an.

Schon wenige Jahre nach Beginn des Gesundheitsprogramms waren in Kuba die für so viele arme Länder typischen Krankheiten verschwunden. Durch besondere Konzentration auf prophylaktische Behandlungen, durch Programme gegen Infektions- und parasitäre Krankheiten und durch groß angelegte Impfkampagnen gelang es z.B. Poliomyelitis, Malaria und Diphtherie auf der Insel auszurotten.

 down 4.3.5.4.1 Das Gesundheitswesen nach 1989
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