Bei den Wahlen im Februar 1990 gewann Violeta Barrios de Chamorro vom bürgerlichen Oppositionsbündnis Unión Nacional Opositora (=UNO). Der Wahlsieg Chamorros war auf die schlechte Wirtschaftslage sowie die offene Drohung der USA zurückzuführen, bei einem Wahlsieg von Daniel Ortega keine Entspannung zwischen den beiden Ländern zu ermöglichen. Zudem hatten Korruptionsfälle die sandinistische Führung diskreditiert. Dieser Glaubwürdigkeitsverlust verstärkte sich durch die so genannte piñata: dabei eigneten sich in der Übergangszeit und in den darauffolgenden Privatisierungen die sandinistischen Funktionäre beträchtliche Teile des ehemaligen Staatsbesitzes an. Aus der sandinistischen Elite erwuchs damit teilweise eine neue Bourgeoisie.
Das Ende des sandinistischen Projekts brachte zwar eine umgehende Entspannung der Beziehungen zu den USA und ein Ende jeglicher Kampfhandlungen. Durch ein rigides Spar- und Privatisierungsprogramm wurden jedoch viele der sozialen Errungenschaften der Sandinistischen Revolution wieder rückgängig gemacht. |