Nachdem sich das Scheitern der ersten Welle der Guerilla-Bewegungen abzuzeichnen begann, vermochte der so genannte Chilenische Weg Salvador Allendes (1908–1973) die Hoffnungen auf eine andere Art der Gesellschaftsveränderung auf sich zu bündeln. Dieser Weg stellte sich explizit gegen die an Aufständen orientierte militärische Eroberung der Macht, wie sie Che Guevara (1928–1967) mit der Fokus-Theorie postuliert hatte. Das chilenische Experiment eines friedlichen Übergangs zum Sozialismus konnte auch die – durch das sektiererische Auftreten der Guerillas aufgerissenen – Gräben innerhalb der sozialen Bewegungen in Lateinamerika wieder überbrücken. Selbst Fidel Castro bewertete die Pläne der Unidad-Popular-Regierung unter Allende positiv. Aus der Sicht der USA drohte jedoch eine anti-amerikanische Achse zwischen Kuba, Chile und Peru. Letzteres schien durch die Machtübernahme einer Militär-Reform-Regierung im Jahre 1968 ebenfalls die US-amerikanischen Interessen herauszufordern. Diese Militärdiktatur verpflichtete sich den Forderungen der sozialen Bewegungen und versprach radikale Reformen. |