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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert
 up 4.3 Die Kubanische Revolution 1959

4.3.2 Die revolutionäre Krise von 1933

Das von der Zuckerproduktion abhängige Kuba sah sich ab den 1920er Jahren mit sinkenden Weltmarktpreisen konfrontiert. Der Druck sozialer Bewegungen und die allgemeine politische Instabilität führten zur Errichtung einer blutigen Diktatur unter General Gerardo Machado (1925–1933).

Die ab 1929 eintretende Weltwirtschaftskrise zeitigte auf Kuba verheerende Wirkungen.

Vor diesem Hintergrund kam es zu einem neuerlichen Aufflammen sozialer Bewegungen. Mehrere Streikwellen ab Ende der 1920er Jahre kulminierten im Frühjahr 1933: Zu den Streiks in der Zuckerindustrie kamen Streikbewegungen im Transportwesen, im Kaffee- und Tabaksektor hinzu.

Die Zuckerarbeiter – ein Landproletariat, das ein Drittel der kubanischen Beschäftigten ausmachte – begannen, die auf dem Land angesiedelten Zuckermühlen zu besetzen. Sie gingen dabei auch zu Selbsthilfe- und Selbstverwaltungsmaßnahmen über. Es kam zu regelrechten Rätebildungen; die Streikwelle hatte sich zu einer revolutionären Situation ausgeweitet.

Fulgencio Batista

Die städtischen Gewerkschaften befanden sich zu diesem Zeitpunkt unter kommunistischer Hegemonie. Die kommunistische Partei war 1925 gegründet worden, jedoch bald in den Sog der Stalinisierung der Kommunistischen Internationale geraten. Zu den politischen Folgen der Stalinisierung gehörte die Doktrin der Zusammenarbeit mit der so genannten fortschrittlichen nationalen Bourgeoisie. Eine soziale Revolution galt dabei nicht mehr als unmittelbares Ziel des Handelns. Dementsprechend kollaborierten die kommunistischen Führer der Gewerkschaft mit dem Diktator Machado und versuchten die Streiks zu beenden.

Die Dynamik der Bewegung von 1933 wies jedoch in eine andere Richtung. Neben den Streiks mobilisierten sich die Studenten. Außerdem griff eine Meuterei in der Armee um sich. Unter diesem Druck musste Diktator Machado zurücktreten.

Ramón Grau San Martín

Die darauf installierte Reformregierung Ramón Grau San Martín (1887–1969) wurde von den USA jedoch nicht anerkannt. Nachdem die Streikbewegungen an Dynamik verloren hatten, putschte sich der Offizier Fulgencio Batista (1901–1973) an die Macht und ließ die Reste der sozialen Bewegungen niederschlagen. Die erste Diktatur Fulgencio Batistas währte von 1933 bis 1940. Von 1940 bis 1944 regierte er als gewählter Präsident.

 down 4.3.2.1 Die Folgen der revolutionären Krise von 1933
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