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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert

4.3 Die Kubanische Revolution 1959

Die Kubanische Revolution gehört zu den wirkungsmächtigsten Entwicklungen Lateinamerikas. In vielen Vorschlägen zur Periodisierung der lateinamerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts wird sie als Knoten- und Zäsurpunkt gesehen.

Mit der Kubanischen Revolution ging tatsächlich die tiefgreifendste politische und soziale Transformation in der jüngeren lateinamerikanischen Geschichte einher. Sie fungierte während einer ganzen Epoche als Leitrevolution: Ähnlich wie die Französische oder die Russische Revolution stellte sie den Bezugs- und Referenzpunkt sowohl für Anhänger als auch Gegner dar. Sie gab den Emanzipationshoffnungen und Bestrebungen von Millionen eine konkrete Gestalt. Ist ihre Strahlkraft heute auch weitgehend verblasst – der symbolische Gehalt der direkten Herausforderung der Hegemonialmacht USA ("David gegen Goliath"), die charismatische Führung und die konkreten sozialen Erfolge für die Mehrheit der Bevölkerung lassen Kuba und die Kubanische Revolution noch immer als Teil des kollektiven Gedächtnisses sozialer Bewegungen erscheinen.

Die Kubanische Revolution kann – wie jede Revolution – insgesamt als "soziale Bewegung" betrachtet werden. Eine "soziale Bewegung" im weitesten Sinne, die als gesamtgesellschaftlicher Prozess eine soziale Transformation zu bewirken vermochte. Im engeren Sinne ist die Kubanische Revolution auch ein Produkt sozialer Bewegungen. Dass eine relativ kleine Gruppe bewaffneter Männer und Frauen die Macht übernehmen und die Gesellschaftsstruktur derart tiefgreifend verändern konnte, wäre ohne die Dynamik und den Druck sozialer Mobilisierung nicht denkbar gewesen.

Darüber hinaus übte die Kubanische Revolution einen großen und folgenschweren Einfluss auf andere soziale Bewegungen in Lateinamerika aus: Die propagandistische Selbstdarstellung der Revolution als Bauern- und Guerillaumwälzung bestimmte die Vorstellungen einer ganzen Generation über das "Wie" gesellschaftlicher Veränderungen. Eine lange Welle von Guerillabewegungen war die direkte Folge der Kubanischen Revolution.

Auch auf ihre Gegner übte die Kubanische Revolution eine große Wirkung aus. Wie jede Revolution führte sie zu einer Revolutionierung der Konterrevolution: Die Counterinsurgency-Strategie (Revolutionsverhinderungs-Strategie),Civic-Action-Programme, die von Kennedy ausgerufene Allianz für den Fortschritt, die Förderung reformorientierter sozialer Bewegungen – all diese Maßnahmen stehen in einem engen Zusammenhang mit der Kubanischen Revolution.

In diesem Abschnitt werden folgende Aspekte der Kubanischen Revolution in den Blick gefasst:

 down 4.3.1 Kuba – von der Kolonie zur Halbkolonie
 down 4.3.2 Die revolutionäre Krise von 1933
 down 4.3.3 Die Diktatur Batistas und die Bewegung M-26-7
 down 4.3.4 Die historische Blockade von Reformen – der Hintergrund der Kubanischen Revolution
 down 4.3.5 Kuba 1959–1961: Polarisierung und Gesellschaftstransformation
 down 4.3.6 Die spezifischen Faktoren der Kubanischen Revolution – ein Fazit
 down 4.3.7 Mythos Guerilla – Che Guevara und die Fokus-Theorie
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