Der Norden Mexikos wies im Vergleich zu Morelos eine besonders heterogene Sozialstruktur auf: Ein Teil der Landbevölkerung lebte als peones (Schuldknechte) auf den Haziendas. Die Mobilisierung der peones verlief äußerst unterschiedlich. Teils gliederten sie sich in die entstehenden Bauernarmeen ein, teils blieben sie passiv und verharrten im sozialen Mikrokosmos Hazienda.
Eine andere Gruppe im Norden bildeten die Nachkommen von Militärkolonisten. Diese waren bereits in der Kolonialzeit als freie Kleinbauern unter der Auflage angesiedelt worden, gegen die Indianerstämme zu kämpfen. Diese freien Kleinbauern (rancheros) verloren im Porfiriat ihr Land zunehmend an Großgrundbesitzer. Darüber hinaus entstand im Norden durch Bergbau und Textilindustrie ein Proletariat.
Die Mobilisierung dieser unterschiedlichen Schichten in der Mexikanischen Revolution vollzog sich unter der Führung von Großgrundbesitzern (Francisco Madero, Venustiano Carranza, Pascual Orozco) und städtischen Intellektuellen. Sie konnten professionelle Bauernarmeen organisieren, ohne dafür eine Agrarreform durchführen zu müssen, denn sie bezahlten die Soldaten nicht mit Land, sondern in bar (Geldgeber in den USA). Die Offiziere und Generäle dieser Armeen wurden zur neuen landbesitzenden Bourgeoisie im postrevolutionären Mexiko. |