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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 6 Entwicklungsdiktaturen in Lateinamerika
 up 6.2 Das Beispiel Brasilien

6.2.2 Die Wirtschaftspolitik der brasilianischen Militärdiktatur

Die Wirtschaftspolitik der Militärdiktatur in Brasilien verfolgte das Ziel nachholender Modernisierung. Dabei versprachen die Machthaber der einheimischen Agrar- und Finanzbourgeoisie sowie dem ausländischen Kapital ein gutes Investitionsklima. Die Arbeiterschaft sollte durch Repression in ihren Ansprüchen zurückgedrängt werden. Dies bedeutete eine dirigistische Lohnpolitik und die Ausschaltung jener Gewerkschaften, die dem Staat nicht loyal gegenüberstanden.

Unter der Militärdiktatur kam es zur staatlichen Förderung von Großbetrieben und Großprojekten zur Erschließung natürlicher Ressourcen. Diese sollten Brasilien von der Rohstoffeinfuhr unabhängiger machen. Die Unterzeichnung eines Atomabkommens mit der BRD im Jahre 1975 wirft ein Licht auf diese an Großprojekten orientierte Wirtschaftspolitik der Militärdiktatur. Die Atomkraft ist dabei nur eines jener pharaonischen Projekte, die zu einer Auslandsverschuldung von über einhundert Milliarden US-Dollar beitrugen.

Brasilien wurde zum Schwellenland (Energieerzeugung, Luftfahrt, Rüstungsgüter, Mikroelektronik) und erlebte ab 1968 ein Wirtschaftswunder, das bis zur Ölkrise 1973 anhielt und sich durch Zuwachsraten von über 10% pro Jahr auszeichnete.

Allerdings: Von den hohen Wachstumsraten profitierten nur die Mittel- und Oberschichten. Schließlich führten die ungleiche Einkommensverteilung, die galoppierende Inflation und die drastisch gestiegene Auslandsverschuldung zu einem Scheitern der Wirtschaftspolitik.

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