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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 6 Entwicklungsdiktaturen in Lateinamerika

6.1 Militärdiktaturen in Lateinamerika – ein Überblick

Zwei Jahrzehnte – von 1965 bis 1985 – dominierten Militärdiktaturen das politische Gesicht Lateinamerikas. Im Jahre 1976 wurden nur noch (das quasi-autoritär regierte) Mexiko, Venezuela, Kolumbien und Costa Rica nicht von einer Diktatur oder Militärdiktatur regiert. Folgende Aufstellung gibt einen Überblick über die Herrschaftszeit der Generäle:

Argentinien
1966-1973 und 1976-1983
Bolivien
1971-1979/1985
Brasilien
1964-1985
Chile
1973-1990
Dominikanische Republik
1963-1978
Ekuador
1972-1979
El Salvador
1979-1984
Guatemala
1954-1986
Haiti
1958-1990/1994
Honduras
1963-1982
Nikaragua
1933-1979
Panama
1968-1978/1989
Paraguay
1954-1989
Peru
1968-1980
Uruguay
1973-1985

Verschiedene Jahreszahlen für das Ende der Diktatur verweisen auf extrem instabile Phasen, die von der Konkurrenz zwischen unterschiedlichen militärischen und zivilen Fraktionen und/oder der raschen Abfolge ziviler und militärischer Führungsorgane geprägt sind.

(Quelle: Boris, Dieter: Soziale Bewegungen in Lateinamerika. VSA: Hamburg: 106)

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten die Armeen keine derart bestimmende Rolle in der Politik Lateinamerikas gespielt. Die relativ geringe Anzahl von kriegerischen Konflikten, die Abwesenheit von großen Feldschlachten und die geringe Professionalität der bewaffneten Einheiten illustrieren dies.

Spätestens mit der Kubanischen Revolution änderte sich das Verhältnis von Armee und Politik in Lateinamerika. Dass eine kleine Gruppe von Guerilleros 1959 in der Lage war, den in sich zusammenbrechenden Sicherheitsapparat des kubanischen Staates zu überrennen und die Macht zu übernehmen, verlangte aus der Sicht der USA nach Reaktionen zur Verhinderung vergleichbarer Entwicklungen. Ein Bündel von Konzepten und Maßnahmen führten unter Federführung der USA zu einer materiellen und geistigen Aufrüstung der Armeen Lateinamerikas. Damit wurde der Emanzipation der Militärs der Weg geebnet. Zu den Maßnahmen und Strategien gehörten: die Civic-Action-Programme, die Counterinsurgency-Strategie (Revolutionsvermeidungsstrategie) sowie die Doktrin der nationalen Sicherheit.

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 down 6.1.2 Civic-Action-Programme und die Counterinsurgency
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