Zwei Jahrzehnte – von 1965 bis 1985 – dominierten Militärdiktaturen das politische Gesicht Lateinamerikas. Im Jahre 1976 wurden nur noch (das quasi-autoritär regierte) Mexiko, Venezuela, Kolumbien und Costa Rica nicht von einer Diktatur oder Militärdiktatur regiert. Folgende Aufstellung gibt einen Überblick über die Herrschaftszeit der Generäle:
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Argentinien
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1966-1973
und 1976-1983
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Bolivien
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1971-1979/1985
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Brasilien
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1964-1985
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Chile
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1973-1990
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Dominikanische
Republik
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1963-1978
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Ekuador
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1972-1979
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El Salvador
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1979-1984
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Guatemala
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1954-1986
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Haiti
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1958-1990/1994
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Honduras
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1963-1982
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Nikaragua
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1933-1979
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Panama
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1968-1978/1989
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Paraguay
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1954-1989
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Peru
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1968-1980
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Uruguay
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1973-1985
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Verschiedene Jahreszahlen für das Ende der Diktatur verweisen auf extrem instabile Phasen, die von der Konkurrenz zwischen unterschiedlichen militärischen und zivilen Fraktionen und/oder der raschen Abfolge ziviler und militärischer Führungsorgane geprägt sind.
(Quelle: Boris, Dieter: Soziale Bewegungen in Lateinamerika. VSA: Hamburg: 106)
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten die Armeen keine derart bestimmende Rolle in der Politik Lateinamerikas gespielt. Die relativ geringe Anzahl von kriegerischen Konflikten, die Abwesenheit von großen Feldschlachten und die geringe Professionalität der bewaffneten Einheiten illustrieren dies.
Spätestens mit der Kubanischen Revolution änderte sich das Verhältnis von Armee und Politik in Lateinamerika. Dass eine kleine Gruppe von Guerilleros 1959 in der Lage war, den in sich zusammenbrechenden Sicherheitsapparat des kubanischen Staates zu überrennen und die Macht zu übernehmen, verlangte aus der Sicht der USA nach Reaktionen zur Verhinderung vergleichbarer Entwicklungen. Ein Bündel von Konzepten und Maßnahmen führten unter Federführung der USA zu einer materiellen und geistigen Aufrüstung der Armeen Lateinamerikas. Damit wurde der Emanzipation der Militärs der Weg geebnet. Zu den Maßnahmen und Strategien gehörten: die Civic-Action-Programme, die Counterinsurgency-Strategie (Revolutionsvermeidungsstrategie) sowie die Doktrin der nationalen Sicherheit. |