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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 3 Die Weltwirtschaftskrise "1929" in Lateinamerika und die Herausbildung des Populismus
 up 3.1 Die Weltwirtschaftskrise

3.1.3 Die politische Krise im Gefolge der Weltwirtschaftskrise

Die Weltwirtschaftskrise bedeutete auch eine politische Krise. Der Aufstieg des Faschismus in vielen Ländern und eine Reihe von Eroberungskriegen illustrieren dies:

Japan griff 1931 die Mandschurei an und führte ab 1937 Krieg mit China. Das faschistische Italien überfiel 1935 Äthiopien. Und am 1. September 1939 eröffnete Deutschland mit der Kriegserklärung an Polen den Zweiten Weltkrieg.

Viele Länder versuchten wirtschaftspolitisch die Krise durch Zölle, Importbeschränkungen, Exportförderungen und Währungsabwertungen auf Kosten anderer Nationen zu lösen. Überspitzt gesagt, kam es machtpolitisch in manchen Ländern zu einer Fortsetzung dieser Logik auf einer anderen Ebene (und mit ungleich extremeren Mitteln): Die Regime versuchten der ökonomischen und politischen Krise durch Eroberung und damit wiederum auf Kosten anderer Länder beizukommen.

Die Länder Lateinamerikas waren davon indirekt betroffen. Erstens löste der de facto Ausfall des internationalen Kreditmarktes eine Serie von Produktions- und Absatzeinbrüchen bei den Cash-Crops aus und stellte die Schuldendienste radikal in Frage. Zweitens kam es in der Folge der US-amerikanischen Kriegserklärung an Hitler-Deutschland 1941 zur – wenngleich erzwungenen – einzigen gesamtlateinamerikanischen außenpolitischen Entscheidung: einem wirtschaftlichen Bündnis mit den Alliierten. Dies sollte nach 1945 unausweichliche Folgen für die eingeschränkten außenpolitischen Bündnismöglichkeiten der lateinamerikanischen Länder haben.

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