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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 3 Die Weltwirtschaftskrise "1929" in Lateinamerika und die Herausbildung des Populismus
 up 3.1 Die Weltwirtschaftskrise

3.1.1 Weltwirtschaftskrise – eine Bündelung von Partialkrisen

Die Tiefe der Weltwirtschaftskrise und ihr globaler Charakter lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass es sich um das Zusammentreffen mehrerer Teil-Krisen in der kapitalistischen Weltökonomie handelte.

Weltwirtschaftskrise Phase A: 1921–1922

Der Erste Weltkrieg 1914–1918 markierte das Ende der bis dahin längsten Expansionsphase der Weltwirtschaft. Dabei stehen die in dieser Aufschwungsphase akkumulierten Widersprüche und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges in ursächlichem Zusammenhang. Nach dem Ende des Krieges kam es zu einem kurzen Nachkriegsboom; diesem folgte 1921–1922 die erste Weltwirtschaftskrise. Ein starker Rückgang von Produktion und Beschäftigung in Zentrum UND Peripherie kennzeichnete diese Krise. Besonders betroffen von dieser krisenhaften Phase waren die Verliererländer des Ersten Weltkrieges, Deutschland und Österreich.

Weltwirtschaftskrise Phase B: 1929–1939

Die Weltwirtschaftskrise ging nicht von einem zentralen wirtschaftshistorischen Ereignis aus – etwa der berühmte Börsenkrach an der Wallstreet vom 25. Oktober 1929. Vielmehr fungierte der Börsenkrach sowohl als Symbol und Symptom einer bereits bestehenden strukturellen Krise als auch als Beschleuniger des darauf folgenden Konjunktureinbruchs.

Im Jahre 1931 eskalierte die Weltwirtschaftskrise. Einerseits handelte es sich um ein Bündel nationaler zyklischer Krisen, deren Zusammentreffen teils zufällig, teils eine Folge der internationalen wirtschaftlichen Verflechtung war (Globalisierung). Abseits der nationalen Krisen verstärkten auch noch Primärgüterkrisen (die Preise z. B. für Cash-Crops waren seit den späten 1920er Jahren stetig gesunken) und eine Krise des internationalen Währungsregimes die Weltwirtschaftskrise.

Erst im Jahre 1931 setzte sich nach einer Serie von Banken- und Währungskrisen die Erkenntnis durch, dass man es mit der bis dahin schwersten Krise der kapitalistischen Weltwirtschaft zu tun hatte. Jene Spezialisten, die man heute Analysten nennen würden, brauchten fast zwei Jahre, um die Krise beim Namen zu nennen.

Der Rückzug auf eine binnenorientierte Wirtschaftspolitik, Staatsinterventionen, Investitionsprogramme (z. B. New Deal in den USA) sowie die ökonomische Mobilisierung für den herannahenden Krieg führten ab Ende der 1930er Jahre zur Überwindung der Krise.

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