Präsident Ernesto Geisel, der als Vertreter der "weichen Linie" (linha branda) galt, obwohl er 1975 aufgrund von Stimmengewinnen der Oppositionspartei in den Kongresswahlen von 1974 Verfolgung und Folter hatte intensivieren lassen, leitete eine politische Öffnung ein. In einem 1993 geführten Interview mit brasilianischen Historikern betonte er allerdings die Sinnhaftigkeit von Folter in gewissen Situationen, etwa zur Geständniserpressung. Sein Nachfolger Figueiredo erließ im August 1979 ein umfassendes Amnestiegesetz zugunsten von Oppositionellen, das einen wichtigen Schritt der Öffnung darstellte.
Im Jahr 1982 wurden direkte Gouverneurswahlen zugelassen. Im Jänner 1984 wurde anlässlich einer Massenversammlung in São Paulo am Jahrestag der Stadtgründung die Direktwahl des Präsidenten (Diretas já!) festgelegt, obwohl die Militärs das Ausmaß der Feierlichkeiten durch Zensur und Kooptierung von Organisatoren einzuschränken trachteten. 300 000 Brasilianer nahmen an der Versammlung teil. Das Militär scheiterte mit der Durchsetzung seines Kandidaten in einem manipulierten Wahlmännergremium. Tancredo Neves, Kandidat der Opposition und ehemaliger Mitarbeiter von Vargas, gewann die Wahlen am 15. Jänner 1985, starb jedoch vor der Amtsübernahme. Als Nachfolger und erster Präsident der Neuen Republik, in die in ökonomischer, sozialer und rechtlicher Hinsicht hohe Erwartungen gesetzt wurden, fungierte der als Vizepräsident vorgesehene José Sarney (1985-1989); er hatte während der Militärdiktatur hohe Ämter bekleidet.
Der Einfluss diktatorischer Politik erschwerte den Übergang zu wirklich demokratischen Verhältnissen. Am 5. Oktober 1988 wurde die bis heute gültige Verfassung verabschiedet. Sie beschnitt die Macht der Regierung, stärkt Parlament und Justiz, dezentralisiert die Macht zugunsten der Gemeinden. Das Wahlrecht wurde auf 16 Jahre herabgesetzt, das Streikrecht ausgebaut. Die Verfassung enthält das Recht jedes Bürgers, kostenlos in die über ihn von staatlichen Stellen angelegten Akten Einsicht zu nehmen. Sie respektiert zudem erstmals theoretisch das nationale Naturerbe wie das Amazonasgebiet und den Pantanal im Bundesstaat Mato Grosso. Mit den Naturräumen wurde auch der Schutz der 215 indigenen Völker mit ihren 330 000 Menschen in der Verfassung festgeschrieben. Die Verfassung verbot auch die Pressezensur und setzte die Amtsdauer des Präsidenten auf fünf Jahre fest (vgl. Zoller 2000, vgl. Caldeira 1999). |