Das auf die Zusammenarbeit mit einer Wirtschaftselite zugeschnittene monolithische Konzept der Militärdiktatur vernachlässigte den Hauptteil der brasilianischen Bevölkerung wie Angestellte und Arbeiter, die einen bedeutenden Anteil der Steuerleistung erbrachten. Es verbesserte kaum die Situation der Bauern und Landarbeiter. Die Regierungen strebten die Gewinnung neuen Landes im Amazonasgebiet an, um einer Agrarreform und damit Konfrontationen mit den Agrareliten als wichtigen Trägern des Regimes auszuweichen.
Eben so wenig integrierte die Militärdiktatur die pauperisierten Migranten in den Großstädten, obwohl sie mit den Versprechen, eine radikale Verbesserung bestehender sozialer Gegebenheiten zu garantieren, die Herrschaft angetreten waren. Die soziale Problematik war für die Militärs nicht durch Umverteilung, sondern über den Weg der Erschließung neuer Ressourcen lösbar. Die Bekämpfung materieller Notstände trat zudem hinter die Bekämpfung der "Subversion" zurück.1970 überwog erstmals der Prozentsatz der urbanen Bevölkerung: 56% der Brasilianer lebten in Städten.
Seit 1964 wurden mehrere Stadtplanungsprojekte initiiert, die als zentralisiertes Machtmittel ebenfalls eine Legitimationsfunktion für die Regierungen besaßen und Experimentierfelder technokratischer Träume waren. Entpolitisierte Experten wurden eingestellt. U-Bahnbauten, großangelegte Straßenzüge wie die Avenida Paulista im Zentrum der Metropole São Paulo, sich überkreuzende Stadtbahnen, Hochhäuser und Einkaufsmärkte veränderten das Stadtbild, öffentliche Räume wurden reduziert.(vgl. ILA, Juli 2001, vgl. Novy 2001). Städtische Armut, Kriminalität und Drogenhandel stiegen seit den siebziger Jahren kontinuierlich. Der Anteil der bäuerlichen Bevölkerung ging auf 47% zurück. Allerdings startete man Alphabetisierungskampagnen auf dem Land. |