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Brasilien 1889 - 1985
Von der Ersten Republik bis zum Ende der Militärdiktatur
Dr. Ursula Prutsch
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 26 Die Militärdiktatur 1964-1985

26.6 Aussenpolitik in der Militärdiktatur

Während der gesamten Phase der Militärdiktatur lag die Außenpolitik in Händen von Zivilisten. In der brasilianischen Außenpolitik gab es immer wieder markante Kurswechsel. 1964 begann eine Phase der "speziellen außenpolitischen Allianz" mit den USA in der gemeinsamen Bekämpfung des Terrorismus. Der brasilianische Botschafter in Washington, Juracy Magalhães, prägte den Ausdruck, was gut für die USA sei, sei auch gut für Brasilien.

Ende der sechziger Jahre konzentrierte sich Brasilien auf das große nationale Projekt einer aufsteigenden Weltmacht, die sich in die "entwickelte" Welt integriere. 1969 unterzeichneten die Militärs den La-Plata-Becken-Vertrag, einen Vorläufer des 1991 unterzeichneten Wirtschaftsbündnisses der Mercosur/Mercosul-Verträge in Asunción zwischen Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Die Beziehung mit den USA wurde - wie propagandistisch zu Vargas Zeiten - als eine Freundschaft unter gleichen gewertet. Ernesto Geisel hingegen kritisierte die imperialistischen Attitüden der USA und demonstrierte das brasilianische Interesse Mitte der siebziger Jahre, eine Führungsposition in der "Dritten Welt" zu spielen.

Nachdem US-Präsident Jimmy Carter die Menschenrechtsverletzungen in Brasilien angeklagt hatte, kündigten die Militärs im Jahr 1977 das seit 1952 (während der zweiten Regierungszeit von Vargas beschlossene) bestehende Militärabkommen. 1978 unterzeichnete Brasilien mit Bolivien, Ecuador, Guayana, Kolumbien, Peru, Surinam und Venezuela einen Kooperationsvertrag über den Amazonas, um etwaige US-Interessen zu unterbinden. Gegenüber dem ehemaligen Mutterland Portugal behielt Brasilien die gute Beziehungen bei, gewährte Politikern nach dem Übergang von der Diktatur zur Demokratie Asyl, unterstützte dann aber die Unabhängigkeitsbestrebungen der portugiesischen Kolonie Angola, die 1975 unabhängig wurde.

Während des Falkland-Krieges im Jahr 1982 zwischen Argentinien und Großbritannien positionierten sich die USA an der Seite des Nato-Partners Großbritannien. Brasilien unterstützte Argentinien und warb nun für eine atomwaffenfreie Zone im Südatlantik. Anfang der achtziger Jahre kritisierte Brasilien bereits die US-amerikanische Kuba-Politik und verweigerte sich den Wünschen der USA bei der Kontrolle des Drogenhandels. Brasiliens Außenpolitik ist ein Beispiel für dessen Machtposition in Lateinamerika. Brasilien ließ sich in seiner Außenpolitik nie von den USA lenken beziehungsweise instrumentalisieren, die es als Großmacht in Lateinamerika respektierten, auch, indem sie stets Konfrontationen vermieden. Brasilien betrieb auch nie eine dezidiert anti-US-amerikanische Außenpolitik. Bis heute stehen die USA als Handelpartner und Kreditgeber an erster Stelle, gefolgt von Deutschland (seit dem Nuklearvertrag von 1975).

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