Da die Diktatur durch Repression und Gewalt, elitäre Politik und verfehlte Wirtschaftsprogramme wenig Identifikationsmöglichkeiten zu bieten hatte, das kulturelle Leben durch Exilierungen und Zensur eingeschränkt war, bot sich Fußball als zentrales identifikatorisches Element an. 1970, im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Mexiko, verbuchte die Militärdiktatur von Médici einen politischen Erfolg, da sie im wiedereröffneten Parlament nach manipulierten Wahlen die Mehrheit bekam. Das Fußballteam, das nach modernsten psychologischen Methoden trainiert wurde, mußte sich von der Diktatur vereinnahmen lassen: es sollte Brasilien nun ins Zentrum der Weltöffentlichkeit lenken und Imageverbesserung garantieren.
Eine Parallele bietet die Weltmeisterschaft von 1978 in der Hauptstadt des diktatorischen Argentinien, in Buenos Aires. Die Phase der Vorbereitung, die Investitionen des brasilianischen Militärs in Medientechnik, um die Spiele via Satellit und in Farbe zu übertragen, machen die Verquickung zwischen Politik, Sport und Medien deutlich. 1970 verfügten bereits über 40% der brasilianischen Haushalte über einen Fernsehapparat. Mit Pelé, dem Star des Fußballteams, wurde Brasilien nach dem gewonnen Endspiel gegen Italien zum dritten Mal Weltmeister. Der Empfang des siegreichen Teams in der Hauptstadt Brasília wurde zum medialen Ereignis.
Im Jahr 1965 produzierte die Sambaschule Salgueiro ihre erste Langspielplatte. Der Karneval, für den die ersten Tribünen und 1983 schließlich ein eigenes Stadion in Rio de Janeiro (das sambódromo) errichtet wurden, avancierte zu einem großen medialen und touristischen Geschäft. |