Die Militärdiktatur rühmte sich ihrer Wirtschaftskompetenz aufgrund der industriellen Produktionskapazität. In den ersten beiden Regierungsjahren wurde durch eine Kombination von Ausgabenkürzung und Steuererhöhung das Haushaltsdefizit verringert, die Mindestlöhne sowie viele Preise waren durch eine automatische, periodische Indexierung angepasst, um den Brasilianern das Leben mit der Inflation zu erleichtern.
Während der Regierung Costa e Silva vollzog sich ein Wechsel zu einer expansiveren Wirtschaftspolitik durch Grossaufträge, die sich rasch in höheren Wachstumsraten niederschlug. Das auch im Ausland rezipierte und als Modellfall in der Entwicklungspolitik diskutierte brasilianische Wirtschaftswunder der Jahre 1969 bis 1973 (Milagre brasileiro) resultierte aus der engen Verquickung zwischen dem Staat als Hauptauftraggeber, Unternehmer und Investor in oftmals überdimensionierte Projekte und den von ihm abhängigen staatlichen und privaten Unternehmen, die langfristige und günstige Kredite, Subventionen und Aufträge erhielten. Damit führten die Militärs die unter Getúlio Vargas begonnene staatsinterventionistische Wirtschaftspolitik fort.
Die Zuwendungen an abhängige Betriebe waren wiederum nur durch Auslandsanleihen finanzierbar, die zu höherer Verschuldung führten. Die Bereiche Telekommunikation, Agro-Industrie, Bauunternehmen, Chemie-, Stahl- und Autoindustrie sowie die Herstellung von Haushaltsgeräten profitierten besonders von Investitionen. 1970 hatte die Wirtschaft ein Wachstum von 8,3 %, 1973 sogar von 14% zu verzeichnen. Parallel zum Wachstum stieg die Auslandsverschuldung. Betrug sie 1970 noch 5,2 Milliarden US-Dollar, so waren die Schulden im Jahr 1979 auf 49,9 Milliarden Dollar gestiegen. Seit 1968 stiegen die Importe von Maschinen und Konsumgütern; Agrargüter machten allerdings noch immer einen Grossteil der Exporte aus.
Brasilien begann ab Mitte der sechziger Jahre mit dem massiven Anbau von Soja und produzierte intensiviert Orangensaft für den Export. Das in überdimensionierte Projekte im Rahmen der "Nationalen Integration", eine Freihandelszone in Manaus, Industrieanlagen im Amazonasgebiet, Staudämme (Itaipú in Südbrasilien) für die Energiegewinnung, sowie für die Ausweitung des Beamtenapparates geflossene Geld fehlte im Sozial- und Bildungsbereich. Ebenso errichteten die Militärs die Raketenbasis Alcântara in Maranhão, die aufgrund ihrer Äquator-nahen Lage als weltweit beste geschätzt wird, da die Raketen auf eine ideale Umlaufbahn gebracht werden können. Die USA haben massives Interesse daran, die Basis ab dem Jahr 2003 zu mieten.
Die Erdölkrise von 1973 und die rapide Preissteigerung bewirkten eine Reduktion der brasilianischen Erdölförderung - und damit Einkommensverluste.
Auch Brasilien investierte in die Entwicklung alternativer Brennstoffe und produzierte Alkohol aus Zuckerrohr (Proálcool) durch die Petrobrás. 1988 fuhren 80% der neu gefertigten Autos mit Alkohol. Heute sind ca 10% der Autos in Brasilien mit Alkohol betrieben. Der Prozentsatz schwankt, weil bei erhöhten Zuckerpreisen die Plantagenbesitzer den Zucker wegen besserer Erträge lieber an die Spirituosenerzeugung abliefern, als an die Treibstofferzeuger. |