Die seit 1963 von den Militärs diskutierten Pläne der Entmachtung von João Goulart aufgrund seines "zu linksgerichteten und populistischen politischen Stils" wurden am 1. April 1964 realisiert. Das Militär übernahm für 21 Jahre die Macht. Der Putsch wurde zwar von den USA unterstützt; US-Präsident Jimmy Carter prangerte allerdings Mitte der siebziger Jahre die Menschenrechtsverletzungen in Brasilien heftig an.
Da Regimewechsel in Brasilien (1889, 1930, 1945) meist ohne blutige Konflikte, sondern durch Gesetzesnotstände vor sich gingen, mit denen neue Regierungen gerechtfertigt wurden, wird in Brasilien der "Mythos der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Gewaltlosigkeit" bis heute weitertradiert. Mit dem Machtwechsel von 1964, der zunächst erstmals von einer breiteren Bevölkerungsschicht befürwortet worden war, entfaltete sich die institutionalisierte Gewalt (violencia institucional) in Brasilien in besonderem Maße; staatlicher Terrorismus, die Verfolgung Oppositioneller nahmen rapid zu. Mit der Unterzeichnung des Ersten Institutionellen Aktes (AI-1) am 9. April 1964, der die Verfassung veränderte und einschränkte, die parlamentarische Immunität aufhob und Abgeordnetenmandate auf Bundes-, Staats-, und Kommunalebene einziehen konnte, wurden die neuen politischen Spielregeln festgelegt. Am 11. April wurde Humberto de Alencar Castelo Branco (1964-1967) zum ersten Präsidenten der Militärdiktatur gewählt.
Die Diktaturen der Militärs Humberto de Alencar Castelo Branco (1964-1967), Artur da Costa e Silva (1967- 1969), Márcio de Souza e Mello (1969), Emílio Garrastazu Médici (1969-1974), Ernesto Geisel (1974-1979) und João Baptista Figueiredo (1979-1985) bauten auf dem Administrationsapparat der Vargas-Regierungen auf und etablierten eine neue Generation von regimeabhängigen Technokraten und Bürokraten. Die Jahre demokratischer Erfahrungen in Brasilien waren zudem kurz. Vom Tenentismo der dreißiger Jahre hin zur Militärdiktatur bestand eine Kontinuität in ideologischer Hinsicht: der Zeitabschnitt von 1964 bis 1985 ist von einer Politik des militärischen Selbstverständnisses als Ordnungsmacht und als Elite geprägt.
Der Ex-Tenente Juárez Távora rechtfertigte den Putsch von 1964 mit den Worten: "1930 verhielten wir uns zurückhaltend, indem wir nicht die direkte Kontrolle der Regierung übernahmen. Wir planten, Zivilisten an die Regierung zu bringen und sie zu beeinflussen. Es war eine Illusion." (Hentschke 1996, S. 584f.). 1964 wollten die Militärs die Regierung dominieren. Ihre Vertreter kamen aus der 1949 gegründeten Obersten Kriegsschule (Escola Superior de Guerra). Sie verbanden einen tradierten militärischen Wertekanon mit Fortschrittsgläubigkeit, progressive Konzepte mit einem messianischen Sendungsbewusstsein, die nur durch die Gewährleistung der "inneren Sicherheit" und der Ausschaltung politischer Widerstände wie potentieller kommunistischer Verschwörungen durchführbar seien. Den Kommunismus, der seit dem Sieg der kubanischen Revolution von 1959 als besonders virulent angenommen wurde, erklärten die Militärs zum Hauptfeind und Verantwortlichen eines "revolutionären, subversiven Krieges" gegen die innere und äußere Sicherheit. Die USA waren in den ersten Jahren der Militärdiktatur ein verlässlicher Verbündeter gegen die "kommunistische Bedrohung". 1965 brach Brasilien die Beziehungen zu Kuba ab. Für die elitäre Führungsgruppe von Techno- und Bürokraten, Unternehmern und Militärs blieb der Hauptteil der brasilianischen Bevölkerung eine weit entfernte, wenig greifbare Realität, ein potentieller Hort von Subversion und Opposition. |