Die ökonomische und politisch-ideologische Krise förderte 1932 die Etablierung der integralistischen Partei (Açao Integralista Brasileira) des Lehrers und Journalisten Plinio Salgado. Salgado nahm an der Woche der Modernen Kunst 1922 in São Paulo teil; sein 1926 veröffentlichtes Buch "Der Fremde" war innerhalb weniger Wochen vergriffen. Unter Berufung auf "eigene brasilianische Wurzeln" wandte sich Salgado gegen die "wachsende Überfremdung von außen", gegen den atheistischen Kapitalismus und propagierte die Loslösung von kulturellen Vorbildern kapitalistischer Staaten. Der Integralismus wollte eine dynamische, antidemokratische Bewegung sein. Salgado untermauerte ihn mit dem Konzept eines christlichen Synkretismus, einer ganzheitsbezogenen Weltvorstellung mit faschistischen Elementen. Nach der angestrebten Auflösung der korrupten Parteien plante er die Beseitigung regionaler, sozioökonomischer Unterschiede durch eine "national-korporative, ständestaatliche Ordnung". Der Glaube an Gott, das Vaterland und die Familie waren die Säulen des integralistischen Systems. Salgado verteidigte einen ökonomischen Antisemitismus. Nach ihren militärischen Uniformen wurde die paramilitärische, nach dem Führerprinzip organisierte Bewegung der Integralisten auch Grünhemden genannt; als Gruß entlehnten sie das Wort "Anauê" aus der Tupi-Sprache ("Du bist mein Bruder"), als Symbol verwendeten sie das Sigma-Zeichen, das die Welt als unteilbares Ganzes versinnbildlichte.
Die Bewegung fand im katholischen Klerus ihre Stütze. 1933 organisierten die Integralisten ihren ersten Aufmarsch in São Paulo, 1934 gründeten sie ihr Journal "A Offensiva". Im selben Jahr beteiligten sich bereits 4000 Menschen an Aufmärschen, 1935 zählten sie nach eigenen Angaben 400 000 Mitglieder in Brasilien. Im selben Jahr unterstützten sie Vargas gegen die links-liberale Aliança Nacional Libertadora. In der DDR-Forschung wurde lange Zeit diskutiert, ob die Integralisten finanzielle Unterstützung von der NSDAP erhielten. Die Integralisten unterhielten Kontakte zu NSDAP, wandten sich aber gegen die Charakterisierung ihrer Bewegung als brasilianische Variante des Nationalsozialismus, da sie vor allem die These der völkischen Überlegenheit ablehnten und den Mestizen (caboclo) als Symbol der neuen Rasse hochstilisierten.
Die Integralisten entwarfen ebenfalls ein hierarchisches Bild der Ethnien und argumentierten rassistisch. Viele Deutschbrasilianer, die mit dem seit 1933 in Brasilien propagandistisch aktiven Nationalsozialismus sympathisierten, hatten als brasilianische Staatsbürger keinen Zugang zur NSDAP und schlossen sich den Integralisten wegen Parallelen in der Konzeption an, ebenso viele Kinder von Italienern der starken Immigrantenbevölkerung von São Paulo, die für Mussolini sympathisierten. Einer der einflussreichsten Integralisten war der konservative Modernist Gustavo Barroso. Bis zum Jahre 1938 versicherte sich Vargas der Unterstützung der faschistischen Integralisten gegen die linksliberalen Gruppierungen (vgl. Benzaquen de Araújo 1987, vgl. Sanke 1966, vgl. Trindade 1988). |