Im Jahre 1808 hatte das portugiesische Kolonialreich seine Grenzen für Einwanderer geöffnet und diese ein Dezennium später zu fördern begonnen. Der 25. Juli 1824, der "dia de colono", symbolisiert für die heutige deutschbrasilianische Bevölkerung den Beginn "deutscher" Einwanderung. Die Gründung des Dorfes São Leopoldo in der südbrasilianischen Provinz - später dem Staat - Rio Grande do Sul ist auf die Bestrebungen der Tochter des habsburgischen Kaisers Franz I., Leopoldine, zurückzuführen, die in deutschen Staaten und der Habsburgermonarchie heftig die Werbetrommel für die Einwanderung etwa von entlassenen Soldaten und von Landwirtefamilien rührte. Die Besiedelung auf einer stillgelegten Hanfpflanzung hatte neben ökonomischen Gründen auch politisch-militärische Funktion der Grenzsicherung zur Provinz Cisplatina, dem heutigen Uruguay. Die 1824 und 1825 eskalierenden Grenzkonflikte zwischen Argentinien und Brasilien führten zur Unabhängigkeit Uruguays im Jahr 1828. Im Jahr 1835 wurde auf Vorschlag des brasilianischen Kongresses eine Gesellschaft zur Propagierung der Einwanderer gegründet (vgl. Prutsch 1996). |